Umweltschutz

29. Zwiefalter Naturfonds-Wettbewerb

 
Vor mehr als 25 Jahren hat Zwiefalter Klosterbräu den Zwiefalter Naturfonds ins Leben gerufen. Unter dem Motto „Wir schützen unsere Natur und Umwelt“ soll der ehrenamtliche Einsatz für einen nachhaltigen Natur- und Umweltschutz in der Region honoriert werden.

Dieser 29. Wettbewerb soll einen Beitrag zur Bewahrung der Artenvielfalt leisten. Zu den Ursachen des Artensterbens zählen neben Lebensraumzerstörung auch Klimaveränderung und Umweltverschmutzung. Mit jeder ausgestorbenen Art wird die Welt ärmer, wichtige und unbezahlbare Ökosystemfunktionen gehen verloren.

Vereine, Bürgerinitiativen, Einzelpersonen, Jugendgruppen und Schulklassen können sich mit ihren Projekten um eine Förderung bewerben. Seit 1989 hat die jährlich neu zusammengesetzte Jury bereits fast 80.000 Euro an Siegprämien für regionale Umweltprojekte ausgeschüttet.

Insektenhotels, Nisthilfenlehrpfad und Trockenmauer

Preisverleihung im 29. Zwiefalter Naturfonds

Peter Baader, Geschäftsführer der Zwiefalter Klosterbräu, überreichte an sechs Vertreter der Preisgewinner Urkunden und Geldpreise für erfolgreich ausgeführte Naturschutzprojekte. Eine fachkundige Jury hatten die Projekte aus den Einsendungen ausgewählt.

Zwiefalten - Auch der 29. Wettbewerb "Zwiefalter Naturfonds" ist rege angenommen worden. Knapp 30 Naturschutzprojekte vielfältiger Art wurden mit umfangreicher Dokumentationen für den Wettbewerb eingereicht. Eine Fachjury wählte sechs herausragende Projekte aus und anerkannte den ehrenamtlichen Einsatz mit Geldpreisen, Urkunde und einer Einladung nach Zwiefalten.

"Wir schützen unsere Natur und Umwelt" sei das Aktionsmotto des 29. Zwiefalter Naturfonds, erklärte Peter Baader, Geschäftsführer der Zwiefalter Klosterbräu. In seiner Begrüßung schwärmte er für die intakte Natur und das kristallklare Wasser in Zwiefalten und zeigte sich stolz darauf "die Projekte zu leben und Nachhaltigkeit zu praktizieren". Peter Baader: "Engagement für die Natur im Ehrenamt ist Engagement mit Spaß für die Erhaltung der Natur und verdient höchste Anerkennung."

Die sechs ausgewählten Preisgewinner hatten mit kleinen Abordnungen in einer Brauereibesichtigung Einblicke in die jahrhundertealte Brautradition in Zwiefalten erhalten. Nach einem gemeinsamen Abendessen erfolgte die Vorstellung der Projekte und die Preisverleihung. Als Mitglieder der Jury fungierten Wolfgang Riedel vom Bund Naturschutz Alb-Neckar und der Naturschutzwart Rainer Ganzner.

Schwäbischen Albverein, Ortsgruppe Gomaringen
Biosphärengruppe Lauterach
"SOKO Steigbergsteigle"
Freundeskreis Burghofschule
Höhlenverein Blaubeuren
NABU Rißtissen
Peter Baader mit Ehrengast Dr. Gerhard Bronner (Vorsitzender Landesnaturschutzverband Baden Württemberg e.V. Stuttgart)
Die Jury (v.l.n.r): Peter Baader, Rainer Ganzner (Naturschutzwart Schwäb. Albverein Gönningen), Wolfgang Riedel (Bund Naturschutz Alb-Neckar e.V.)

Große Bandbreite der Projekte

Engagierte Jugendliche der Ortsgruppe Gomaringen des Schwäbischen Albvereins hatten eine reich strukturierte Trockenmauer mit zwei Kleinklimazonen errichtet. Damit wurden wertvolle Rückzugsgebiete für viele Tiere und Pflanzen geschaffen.

Die stark engagierte "Biosphärengruppe Lauterach" hat in der Umgebung der Biosphäreninfostelle einen Nisthilfenlehrpfad angelegt. Alle Nisthilfen wurden auf insgesamt 20 Infotafeln mit Beschreibungen versehen.

In Lichtenstein haben sich ehemalige Schüler und Lehrer zu einer "SOKO Steigbergsteigle" zusammengeschlossen für das Projekt: "Öffnung einer zugewachsenen Wacholderheide". Mit dieser Maßnahme wurde die Vielfalt der Pflanzenwelt deutlich erweitert.

Der Freundeskreis Burghofschule Ofterdingen hat mit zahlreichen Jugendlichen ein "Waldrandprojekt" erarbeitet. In umfangreichen Arbeiten wurde eine Naturbeobachtungskanzel erbaut, Stein- und Holzriegel errichtet, eine Wildblumenwiese angelegt, Obstbäume gepflanzt und eine Bienen-AG aktiviert.

Ein spannendes Projekt bearbeitete der Höhlenverein Blaubeuren mit der "Erforschung und dem Schutz einer neu gefundenen Höhle". Das Erdloch wurde gesichert und bereits erste Grabarbeiten brachten neue Erkenntnisse zur Erdgeschichte und Geologie.

Auch der Nabu Rißtissen verfolgte ein originelles Projekt -"Gestaltung einer Eh-da-Fläche": Eine kleinräumige Fläche in der Ortsmitte wurde vom Kurzrasen umgewandelt in ein neues Habitat. Mit Insektenhotel, Anpflanzungen und Pflege wurde Lebensraum für viele Tiere geschaffen.

Die Projekte wurde vorgestellt und die Leistungen der Arbeitsgruppen gewürdigt. Anschließend wurde den Naturschützern eine Urkunde und ein Geldpreis überreicht. In besonderer Weise wurde der Einsatz von Jugendlichen bei Naturschutzaufgaben im Ehrenamt und die nachhaltige Pflege der Projekte gewürdigt.

 
Von Heinz Thumm