Klösterliche Braukunst seit 1521

Das Reinheitsgebot von 1516 stellt für die Klosterbrauerei die Basis dar, zu der viele, bis ins kleinste Detail definierte, selbst auferlegte Qualitätsgebote kommen, was die kleine Landbrauerei von der industriellen Masse unterscheidet. Und noch immer sorgen beste Rohstoffe aus der Region für die besondere Qualität der Zwiefalter Klosterbiere.

»Ganz besonders wollen wir, dass forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen«

  Reinheitsgebot, Anno 1516

 

Auch wenn die Mönche längst nicht mehr an den Sudkesseln stehen und die Brauerei seit 1827 (6 Generationen) in Familienbesitz ist – die klösterliche Braukunst lebt in Zwiefalten weiter. Natürlich ist unsere Arbeit heute nicht mehr so beschwerlich wie damals. So kühlen wir die Würze heute nicht mehr mit schweren Eisblöcken aus dem Eisgalgen, sondern setzen eine energieeffiziente Würzekühlung ein. Und auch offenes Feuer wurde längst aus dem Sudhaus verbannt. Doch alles was wir tun, geschieht noch immer im Einklang mit dem überlieferten Erbe der Benediktiner.

Damals wie heute kommt es auf das Fingerspitzengefühl und die Erfahrung der Braumeister an: Aus feinsten regionalen Rohstoffen komponieren sie individuelle Bierspezialitäten, die sich in ihrem Geruch und Geschmack wohltuend von der industriellen Masse abheben. Die Mischung und Dosierung von Hopfen und Braumalz entscheidet dabei über den Charakter jeder einzelnen Zwiefalter Bierspezialität. Welches Malz und welche Hopfensorten verwendet werden, bleibt unser streng gehütetes Geheimnis.

Gut Ding will Weile haben: Ein besonderes Qualitätsmerkmal in dieser schnelllebigen Welt ist die lange Reifezeit, die wir unseren Bieren gönnen: Volle acht Wochen ruht das Jungbier in den Lagertanks. In dieser Zeit reichert es sich ganz natürlich mit feiner Kohlensäure an, während sich Resthefen, Gerbstoffe und Eiweiße am Boden absetzen.

Auf das Braumalz kommt es an:
Durch unterschiedliche Temperaturen beim Darren unserer Alb-Braugerste entstehen individuelle Malze, die je nach Röststufe auch ganz besondere Aromen verbreiten: der Duft von Karamell, Noten von Edelschokolade, feine Nuancen von Nüssen oder Kaffee.

»Die besondere Handwerkskunst des Brauens unserer Biere entstand mit der Gründung der Klosterbrauerei vor einem halben Jahrtausend und wurde von Generation zu Generation weitergegeben, auf Bewährtem aufgebaut und verfeinert.«

Rolf Baader

»Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, 
  sondern das Weitergeben der Flamme.«

Thomas Morus, 1478 - 1535